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Schnee mit Rosenwasser fŸr Kaiser Nero
Schon vor 2000 Jahren wussten die
Chinesen diesen Genuss an hei§en Sommertagen zu schŠtzen: Schnee und FrŸchte
bildeten die Zutaten fŸr die kŸhle Gaumenfreude. Diese Mischung von Schnee und
Obstsaft bildete also das allererste Speise-Eis. Auch die Griechen mixten sich aus dem
Schnee des Olymp, Honig, FruchtsŠften und Wein eine exklusive Gštterspeise. Kaiser Nero lie§ sogar Schnee aus den
Alpen nach Rom transportieren. FŸr die Boten bedeutete dies ein Wettlauf mit
der Zeit, den einige von ihnen mit dem Leben bezahlten. Am Ziel angekommen,
wurde der Schnee sorgfŠltig in Erdgruben gelagert und spŠter mit Honig, Zimt
oder Rosenwasser verfeinert. In Kleinasien wurden schon damals
ObstsŠfte im Schnee gekŸhlt, und in der Bibel lesen wir dass Abraham eine
SchŸssel mit Ziegenmilch vermischt und mit Schnee von Isaac serviert bekam. WŠhrend der arabischen Besetzung
Siziliens (827-1001) wurde dort das Sorbet (Sharbet) eingefŸhrt, aus
gefrorenem Obstsaft, Zucker und Wasser hergestellt. Granita, wie man sie
nennt, nach seiner Granulat-Konsistenz, ist heute noch bei den Sizilianern
sehr beliebt und wird im Sommer sogar beim FrŸhstŸck mit Brot serviert. WŠhrend des Mittelalters wurde die
Gefriertechnik im Nahen Osten verbessert. BehŠlter mit Obstsaft wurden in FŠssern mit Schnee oder
zerkleinertem Eis eingefroren und Ÿber lŠngere Zeit kalt aufbewahrt. Dieses
Verfahren wurde noch jahrhundertlang gepflegt. 1292,
als Marco Polo aus China zurŸckkam, erzŠhlte er, da§ in jenem Land Ÿberall
Ògefrorene GetrŠnkeÓ verkauft wurden. Vermutlich wurde China die Technik
eingefŸhrt, Salz auf Eis zu streuen, um eine Temperatur tiefer als 0¡ zu
erreichen. Dieses ist notwendig, um Milch oder zuckerhaltige Substanzen
einzufrieren. Der Weg zur modernen Eisproduktion war offen. In
der Renaissance stellte Buontalenti, KŸnstler und Architekt am Hof der
Medici, aus Milch, Eiern und FrŸchten ein Produkt her, das unserem Speise-Eis
Šhnlich war. Als Caterina de' Medici nach Paris kam, um Henry II zu heiraten,
fŸhrte sie diese SpezialitŠt am Hof ein. Ganze
hundert Jahre dauerte es, bevor das Volk diese Neuigkeit kosten durfte, bis
Procopio deÕ Coltelli aus Sizilien das erste Eislokal in Paris šffnete: die
Maison de CafŽ. WŠhrend in Sizilien Schnee und Eis immer noch aus den Bergen
ins Tal gebracht wurden, erhielt er von Kšnig Louis XIV die Genehmigung zur
Alleinherstellung und zum Alleinverkauf des begehrten Produkts. Damit wurde
er reich und berŸhmt. Mit
der Entwicklung von elektrischen KŸhlsystemen, Anfang des 20. Jahrhundert,
wurde die Produktion von Speise-Eis deutlich vereinfacht und der Konsum von
Eis, wie es wir heute kennen, stieg stetig und verbreitete sich rasch um die
ganze Welt. Seitdem
wurde Speise-Eis immer weiter verfeinert, mit unzŠhligen Variationen aus den
verschiedensten Zutaten und mit kŸnstlerischen Kreationen, auf der ewigen
Suche nach dem ganz besonderen Geschmack. Wir
wagen uns einen Schritt zurŸck, vielleicht zurŸck in die Zukunft, nŠmlich zu
Schnee und FrŸchten. Kurz gesagt: Schnee-Eis! |